Im Jahre 1936 wurde die Nachbarschaft Heimatfreunde Loh gegründet. Die Heimatfreunde Loh, deren Interesse sich vor der Gründung als Nachbarschaft auf die Ausgestaltung des Döinghauser Springs als Naherholungsgebiet beschränkte, nahmen bereits im Jahre 1935 am Koalenzug mit einer Zwei-Mann-Gruppe teil.

Seit Gründung der Nachbarschaft gestalten die Loher die Heimatfestzüge erfolgreich mit, wobei der Einführungswagen mit dem Loher Strohhut ihre Beiträge ankündigt.

Bereits 1970 wurde der Gedanke geboren, eine vereinseigene Halle zu bauen. Mit bemerkenswertem Elan gingen die Nachbarn an die Verwirklichung dieser Idee und schon im Oktober 1974 konnte die in Eigenleistung erstellte Mehrzweckhalle eingeweiht werden. Hier können heute nicht nur Materialien gelagert und Aufbauten für die Festzüge erstellt, sondern auch Versammlungen abgehalten und schöne Feste gefeiert werden. Selbst als Wahllokal dient das Loher Vereinsheim der Stadt.

Die Nachbarschaft beherbergt in ihren Reihen besonders erfolgreiche Einzeldarsteller, die die Festzugbeiträge der Loher mit Humor und Witz auffüllen.

Aktiven Umweltschutz betreiben die Loher nach wie vor, jährlich im Frühling befreien sie zur Freude der dort Erholung Suchenden den Döinghauser Spring von Müll und Unrat.

Nachbarschaft bedeutet für die Loher natürlich auch, dass sie im Rahmen von stilvollen Alten- und Weihnachtsfeiern die Kontakte zu den Menschen in ihrem Viertel halten.

Unsere" Loher"

 

Unser jetziger Obernachbar Walter Boecker mit den ehemaligen Obernachbarn Lutz Hannuschka, Winfried Prestle, Hans-Peter Eller und dem Ehrenmitglied Wilhelm Wördehoff vor dem Gemälde des Loher Wahrzeichens, dem Loher Pavillon an der Nordstadtschule.

 

 

 

Die Loher Obernachbarn

 

1936-1941  August Möller

1949-1957  Willi Döinghaus

1957-1968  Willi Kuhnert

1968-1973  Lutz Hannuschka

1973-1975  Horst Becker

1975-1976  Horst Göbel

1976-1988  Lutz Hannuschka

1988-1995  Hans-Peter Eller

1995-1997  Winfried Prestle

1997-2005  Hans-Jürgen Zeilert

2005-2010  Uwe Korngiebel

2010-2014  H. Walter Boecker

2014-dato Margarete Frielingsdorf

 

 

 

Lutz Hannuschka

 

In Jena an der Saale, im schönen Thüringen geboren, zog es

Lutz und seine frisch angetraute Renate schon sehr früh in

den freiheitlichen Westen.

Über Walsrode und Gelsenkirchen kommend fand er ein neues

Zuhause in Schwelm, wo er sich als Frisörmeister in der

Hattinger Straße etablieren konnte.

Lutz und Renate haben gemeinsam ihr Geschäft erfolgreich

ausbauen können, die Immobilien dazu erworben und wurden bald ein fester Bestandteil des Loher Nachbarschaftslebens.

Lutz Hannuschka hat einige Jahre als Obernachbar gewirkt und unter seiner Leitung hat der Loh eine gute Entwicklung erfahren. Unvergesslich ist sein Name mit dem Bau des Vereinsheimes und dem Erwerb des Grundstückes zur rechten Zeit verbunden.

Eine besondere Ehre – auf die natürlich auch der Loh stolz ist – stellt die Überreichung des Ehrenhalstuches bei der Siegerehrung 2011 dar.

 

 

 

Willi Wördehoff

 

Mit nunmehr 94 Jahren ist Willi Wördehoff der älteste der

Heimatfreunde.

Seit 57 Jahren im Verein hat er 2/3 seines Lebens für die

Heimatfreunde Loh gewirkt und zum 90.Geburtstag wurde

ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Im Verein selbst gehörte er über Jahre zur Führungsmannschaft

als Schriftführer und vor allem in der Dacho war er

viele Jahre lang als Leiter des Festzuges verantwortlich.

Willi Wördehoff ist in der Linderhauser Strasse groß geworden, zusammen mit 5 Brüdern , die

auch zum Teil bei den Heimatfreunden Loh mitgewirkt haben.

Die Wördehoffs sind ein fester Bestandteil des Loher Nachbarschaftslebens und Willi

Wördehoff selbst ist durch sein Wirken untrennbar mit dem Loh verbunden.

 

 

 

Die legendären Loher Viererzüge

Rudolf (Rudi) Riess, am Loh in der Hattinger Strasse groß geworden, von 1948-56 und dann ab 1966 Mitglied im Verein, erinnert an die Loher Viererzüge.

Für bestimmte Motive wurde viel Platz benötigt und da kam man beim Loh auf die Idee, hinter einem Motorwagen drei Anhänger zu spannen, um Themen wie die alte Schnupftabaksmühle, dann die ehemalige Ziegelei mit der Produktion und dem Versand bis zum Bahnhof Schwelm-Loh oder das Thema Schlachthof in der Wörther Strasse grossflächiger darstellen zu können.

Das war damals eine echte Sensation und die Loher konnten neben ihren Beiträgen von Gruppen (1955 mit Horst Göbel und Willi Döinghaus u.a.) oder Einzelgängern damit manch guten Preis erzielen.

Viererzug mit den Motiven

„Altmarkt“

„Loher Pavillon“

„Haus am Weinberg“

Aus dem Jahr 1956

wurde am 10. März 1909 geboren, ist aufgewachsen in der Hattinger/Metzer Straße und war somit ein echter „Loher Junge“.

Der Nachbarschaft ist er im Jahre 1971 beigetreten. Seine Wohnung befand sich am Anfang der Loher Straße, aber sein Lebensinhalt war sein Garten am Bahnhof Loh. So kannte man ihn, braun gebrannt, der Erde verbunden und sein Garten ein wahres Paradies. Daß die Bahn die Gärten kündigte, hat ihn sehr geschmerzt und er ist dann zu Verwandten nach Münster gezogen, die ihn versorgten und sich um ihn kümmerten. 

Seinen 100.Geburtstag haben wir alle zusammen , mit der grossen Familie der Bernhardts und mit vielen Freunden bei Hillenbergs im Gasthof  "Zur Bergeshöh" gefeiert.

Den Kontakt nach Schwelm hat er immer aufrecht erhalten. Seine Briefe, mit der für ihn so typisch schwungvollen Schrift, haben allen Heimatfreunden stets viel Freude gemacht. Mitte August hatten wir ihn gebeten, den Heimatfreunden Loh einige persönliche Worte für das Jubiläum zu widmen. Dieser Bitte ist er nachgekommen und diese, wahrscheinlich seine letzten handschriftlichen Zeilen, haben wir vor nur einigen Tagen vor seinem Ableben bekommen.

 

Die Heimatfreunde Loh gedenken seiner und werden ihn in dankbarer Erinnerung behalten.

 

 

 

Es hat eine lange Zeit gedauert, bis die Loher den Frauen die Mitgliedschaft im Verein zugestanden haben, erst gegen Ende der 70er Jahre erhielten sie die Möglichkeit, dem Verein beizutreten.

Was wäre eine Nachbarschaft ohne den Einsatz der Damenwelt?

Es sind deren viele helfenden Hände, wenn es darum geht, für die hungrigen Aktiven während der Bauphase zu sorgen, die liebevoll die Weihnachtsfeiern ausrichten, die im Vereinsheim den Service übernehmen und die mit Charme und typisch weiblicher Intuition für so manchen guten Ratschlag zur Stelle stehen. Auch auf den zahlreichen Sommerfesten waren die Damen unentbehrlich und versorgten die Gäste mit liebevoll gebackenen Kuchen und köstlichen Speisen.

Nachdem Erika Kuhnert, gebürtige Ostpreußin, bereits vor einigen Jahren mit dem Titel „Schwelmerin ehrenhalber“ geehrt wurde, konnte in Folge Margarete Frielingsdorf diese Auszeichnung entgegennehmen.

Beide sollen mit der Erwähnung stellvertretend sein für alle Loher Frauen, ohne die der Verein und das Vereinsleben doch viel ärmer sein würden.